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Die Pflicht erfüllt, aber ohne Kür

Der TV Solothurn gewinnt das erste Spiel vor heimischer Kulisse mit 21:13. Trotz der grossen Differenz von acht Treffern holt sich Solothurn die zwei Punkte ohne zu glänzen. Gegen die limitierten Aufsteiger aus der Westschweiz wäre mit weniger technischen Fehlern durchaus ein höherer Sieg möglich gewesen.


Gaudenz Oetterli


Der TVS hat im zweiten Spiel die ersten Zähler und seinen ersten Sieg mit der neu zusammengestellten Mannschaft geholt. Dies das positive Fazit, das Neu-Trainer Andri Tatarinoff nach seinem ersten Sieg als Übungsleiter des TV Solothurn ziehen kann. Und auch wenn der HC Vevey offensiv sicherlich nicht der gefährlichste Gegner der Liga ist, hat die Solothurner Verteidigung eine sehr ordentliche Leistung geliefert. Sechs Gegentore zur Halbzeit und deren 13 am Schluss, daran gibt es nicht viel auszusetzen.


Mehr Sorgen dürfte Andri Tatarinoff mit dem Offensivspiel seines Teams gehabt haben. In Ballbesitz leisteten sich seine Jungs nämlich viel zu viele Aussetzer. Gleich 16 Mal schenkte der TVS meist unnötigerweise den Ball her. Dass die Partie den Ambassadoren trotz dieser vielen technischen Fehler nicht aus der Hand glitt, lag vor allem am Gegner aus Vevey. Denn die Romands konnten zumindest in der Fehlerstatistik mühelos mit den Gastgebern mithalten und verzeichneten am Ende sogar 18 Ballverluste.


Die Offensive war noch nicht auf Erstliga-Niveau


Geschuldet waren die vielen ungenauen Aktionen sicherlich dem enormen Tempo, das der TVS anschlug. Die Vorgabe von Andri Tatarinoff war nach dem Studium des Gegners, dass dieser in der Rückwärtsbewegung Schwächen offenbarte. Diese mit viel Geschwindigkeit auszunutzen ist ein guter Ansatz, vor allem da die Westschweizer nur mit 10 Feldspielern anreisten. Doch das hohe Tempo erfordert eben auch eine hohe Ballsicherheit, die bei Solothurn aktuell noch nicht auf dem gewünschten Level ist.


Die Pausenführung war mit 9:6 dann auch eher bescheiden, wobei es zu erwähnen gilt, dass der TVS acht Tore in den ersten 15 Minuten erzielte, bis zur Pause dann jedoch nur noch einmal einnetzen konnte. Die zweite Hälfte sollte offensiv etwas besser werden, Solothurn erhöhte schnell auf fünf Treffer Differenz, während die Gäste aus der Romandie nach wie vor mit vielen Fehler und Fehlwürfen zu kämpfen hatten.


Mitte der zweiten Halbzeit bäumten sie sich noch einmal auf und kämpften sich auf 13:10 heran, danach zollten sie aber dem Tempo der Solothurner Tribut. Letztere feierten mit 21:13 ihren ersten Sieg der Saison und springen dank der zwei Punkte ins Mittelfeld der Tabelle. Im nächsten Spiel auswärts gegen Nyon wartet aber ein anderes Kaliber und da wird die Offensive ein paar Gänge zulegen müssen.


Immer in Führung – und trotzdem verloren


Während sich das Fanionteam der Solothurner am Ende über zwei Punkte freuen konnte, gestaltete sich der Handballnachmittag für das Zweitliga-Team von Partnerverein Biberist aktiv wesentlich bitterer. Im Vorspiel der Erstliga verloren die Biberister eine umkämpfte Partie denkbar knapp mit 19:20. Kurios und für die Einheimischen umso ärgerlicher ist die Tatsache, dass der Gegner Steffisburg/Wacker nicht eine Sekunde der Partie in Führung lag. Die Berner Oberländer rannten zu jeder Zeit im Spiel einem Rückstand hinterher – und jubelten am Ende dennoch über einen Sieg. Den entscheidenden Treffer erzielten sie mit dem letzten Wurf, nur Bruchteile einer Sekunde vor der Schlusssirene.


Zuvor dominierte Biberist das Spielgeschehen und führte zwischenzeitlich mit drei Toren Vorsprung. Vorne agierten sie überlegt, wenn auch teilweise etwas ideenlos, aber nie überhastet. Hinten hatten sie die agilen Berner im Griff. Und kamen die Thuner doch einmal zum Abschluss, konnte sich Biberist auf einen bestens aufgelegten Taro Diethelm im Tor verlassen, der fast 50 Prozent der Bälle parierte. Dass es am Ende nicht für den verdienten Lohn der zwei Punkte reichte, ist der Offensivleistung geschuldet. 19 Tore in einem Spiel, davon nur gerade deren acht in der zweiten Hälfte, ist zu wenig für dieses so gut besetzte Team.

Foto: Urs Trösch


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