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Kein Sieg mehr für die Heimfans

Die Mission des TV Solothurn im letzten Heimspiel war klar: nach zuletzt fünf Niederlagen sollten sich die Ambassadoren gegen Chênois mit einem Sieg von seinen Zuschauern verabschieden. Doch die Truppe von Trainer Andri Tatarinoff scheiterte einmal mehr, vor allem an sich selbst.


Gaudenz Oetterli


Die erste Erstliga-Saison des TVS nach sieben Spielzeiten in der NLB neigt sich dem Ende zu. Vor der vorletzten Runde, und vor dem letzten Auftritt zuhause, hielten sich die Solothurner nach wie vor auf dem respektablen siebten Tabellenrang. Gegen den Zweitletzten Chênois Genf wollten die Einheimischen diesen Platz sichern und eigentlich standen die Vorzeichen dafür gut. Die Westschweizer gewannen bis zu diesem Zeitpunkt lediglich sechs Punkte aus drei Siegen und das Hinspiel war eine klare Sache zu Gunsten der Ambassadoren.


Bereits der Start in die Partie misslang dem TVS dann jedoch gründlich. Anstatt vorzulegen und sogleich Druck auf die abstiegsgefährdeten Genfer zu machen, gerieten die Aarestädter in Rückstand und mussten diesem eine ganze Halbzeit lang nachrennen. In der Startviertelstunde lag das Heimteam meist mit zwei Treffern zurück, denn Chênois zeigte einen engagierten und beherzten Auftritt. Vor allem die drei Rückraumspieler wussten zu überzeugen. Am Ende sollten sie insgesamt 23 der 31 Tore für die Rhônestädter erzielen. Sicherlich half den Gästen dabei, dass sie für dieses Spiel den früheren Chambéry-Profi und Europacup-Spieler Baptiste Malfondet aufbieten konnten. Als Rückraum Mitte sorgte er in der TVS-Defensive stetig für Unruhe.


Auf und Ab während des Spiels


Trotzdem liessen sich die Mannen von Trainer Andri Tatarinoff zu keinem Zeitpunkt entscheidend distanzieren. Mit viel Kampf konnten sie sogar mit einem Penalty ganz am Ende der ersten Hälfte ausgleichen und die Uhren für die zweite Halbzeit wieder auf null stellen. Anders als in den vorderen Spielen fand der TVS nach dem Seitenwechsel sofort ins Spiel. Die ersten zwei Angriffe waren erfolgreich und nach gut sechs Spielminuten in Hälfte zwei lagen die Solothurner mit 17:15 in Front. Es schien, als hätten sie nun zu ihrem Spiel gefunden und Ball und Gegner im Griff.


Doch eitel Sonnenschein vergeht dieser Tage beim TV Solothurn leider viel zu oft. Während des Spiels wechseln sich starke und schwache Phasen oft blitzartig ab, es fehlt die Konstanz. So musste Chênois eigentlich nichts weiter machen, als ruhig ihr Spiel durchzuziehen. Die nächste Leistungsschwankung der Ambassadoren würde sie dann schon wieder ins Spiel bringen.


Schwächephase bricht dem TVS das Genick


Und wie schon zuvor gegen Herzogenbuchsee wendete sich das Blatt für den TVS auch gegen die Genfer. Ein Fehlwurf hier, ein technischer Fehler da, keine geblockten oder gehaltenen Bälle hinten, dazu noch eine Zeitstrafe, und schon verloren die Gastgeber die folgenden zehn Minuten mit 2:7. Somit stand es nach gut 46 Minuten dann 19:22. Von diesem Rückschlag erholten sich die Ambassadoren nicht mehr. Sie spielten vorerst im normalen Verteidigungssystem weiter, jedoch gelang es nicht, die Differenz zu verkürzen.


Einmal mehr musste Trainer Andri Tatarinoff deshalb rund fünf Minuten vor dem Ende auf eine offensive Manndeckung umstellen. Doch wenn man dabei zwei Zeitstrafen erhält, einen Fehlwurf verzeichnet und einen Ball technisch verliert, dann bringt auch diese Deckung nichts. Chênois liess sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und siegte am Ende mit 31:28.


Der TV Solothurn verpasste es somit, sich mit einem Sieg von seinen Fans zu verabschieden und stellt mit sechs Niederlagen in Folge das statistisch aktuell schlechteste Team der Erstliga. Immerhin verloren auch die Konkurrenten im Kampf um den siebten Tabellenplatz und der TVS konnte diesen behalten. Im letzten Spiel auswärts wird dies jedoch nicht mehr möglich sein, denn es kommt zum Direktduell mit Lausanne-Cugy, das punktgleich aber mit schlechterem Torverhältnis auf Rang acht liegt. Will Solothurn den siebten Platz sichern, muss also in zwei Wochen in der Waadt mindestens ein Unentschieden her.


Foto: Urs Trösch


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