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Nach der Nati-Pause folgt das Bruderduell

Der TV Solothurn trifft zuhause auf Handball Bern U23. Die Begegnung ist ein Novum, denn als Partnerverein des BSV Bern in den letzten Jahren konnten die Ambassadoren gar nicht auf ein Team des anderen Vereins treffen. Obwohl die Historie dieser Affiche blütenrein und ohne Eintrag ist, dürfte dieses Spiel ein Duell mit ordentlich viel Schärfe werden.


Gaudenz Oetterli


Der Grund dafür liegt in der jahrelangen Zusammenarbeit des TV Solothurn mit dem BSV Bern. Über ein Jahrzehnt arbeiteten die beiden Vereine eng zusammen. Die Hauptstädter stellten seit je her ein NLA-Team, während der TVS die Aufgabe der zweiten Mannschaft übernahm. Als Juniorpartner führten die Solothurner ein Perspektivteam, das sie von der Erstliga in die NLB führten. Und während einer Dekade stellte der BSV Bern für dieses Team die aussichtsreichsten Talente zur Verfügung, welche den Sprung in die NLA nicht direkt schafften. Die meisten dieser Spieler reiften über diesen Weg zu Spielern in der obersten Liga und sind heute wichtige Kaderspieler im Oberhaus.


Dass im anstehenden Spiel ordentlich Pfeffer in der Suppe ist, hat nicht etwa damit zu tun, dass der TV Solothurn und der BSV Bern nicht im Guten auseinander gegangen wären. Im Gegenteil, auf vielen Stufen besteht immer noch eine Zusammenarbeit. Aber durch die Tatsache, dass ein Grossteil der letztjährigen NLB-Absteigermannschaft des TVS neu im Berner Perspektivteam spielt und daher immer noch eine enge Verbindung zu vielen Spielern des neuen Solothurner Teams besteht, verspricht ein emotionsreiches Duell. Sicherlich will sich keine der beiden Seiten in dieser Begegnung eine Blösse geben.


Trainer mit gemeinsamer Vergangenheit und vielen Parallelen


An der Motivation und der richtigen Einstellung dürfte es somit bei den Spielern auf beiden Seiten nicht fehlen. Und auch nicht auf der Trainerbank, denn mit TVS-Trainer Andri Tatarinoff und Bern-Trainer Tim Weber stehen zwei junge Handball-Fachmänner an der Seitenlinie, die Vieles verbindet. Tatarinoff und Weber spielten bereits in der U19 Elite beim BSV Bern, deren beiden ersten NLB Jahre bei Grauholz bzw. Grauholz/Solothurn sowie in der erfolgreichsten Solothurner Ära (Aufstieg NLB 2016 & 5. Platz in der NLB 2017) gemeinsam im gleichen Team.


Leider musste Tim Weber kurz darauf seine Handball-Karriere wegen mehrerer Kreuzbandrisse beenden, ein grosser Verlust nicht nur für ihn persönlich oder den TV Solothurn und den BSV Bern, sondern für die gesamte Handball-Schweiz. War Weber doch eines der aussichtsreichsten Talente in dieser Zeit. Umso erfreulicher, dass der sympathische Berner sein Handballwissen nun als Trainer weitergibt.


Solothurn steigt als Underdog ins Rennen


Für TVS-Trainer Andri Tatarinoff ging es als Spieler noch ein paar Jahre weiter. Doch auch er, wenn auch etwas später, hat vor kurzem einen Kreuzbandriss erlitten und sich daher dazu entschieden, seine Handballschuhe an den Nagel zu hängen. Und sorgt somit für eine weitere, traurige Parallele zu seinem Gegenüber.


Am Samstag werden also Andere für die Entscheidung auf dem Feld sorgen. Und dort sind die Rollen doch ganz klar verteilt. Die Hauptstädter weisen einen NLB-erfahrenen Kader auf, der auf diese Spielzeit hin mit Talenten aus der U19 Elite verstärkt wurde, so zum Beispiel mit den beiden U21-Nationalspielern Gabriel Ottrubay und Yannik Fischer (Torhüter). Ungeschlagen und mit 12 Punkten aus sechs Spielen thronen die Berner punktgleich mit WEST Crissier an der Tabellenspitze. Das Team von Tim Weber, mit dem klaren Ziel ausgestattet, in die NLB aufzusteigen, darf getrost als Ligakrösus bezeichnet werden.


Motivation muss in Leistung umgewandelt werden


Auf der anderen Seite stellen sich die Solothurner der Mammutaufgabe, den übermächtigen Gegner aufzuhalten und ihm die ersten Punkte abzuknöpfen. Als Underdog können sie befreit aufspielen und sicherlich ist der Wille gross, die ehemaligen Teamkollegen zum Stolpern zu bringen. Doch nichts täuscht darüber hinweg, dass die Ambassadoren dafür einen Sahnetag erwischen müssen, defensiv wie offensiv. Mit der Motivation allein ist es nicht gemacht, es braucht die Leistung auf dem Feld.


Denn die Berner stellen mit 196 Toren – im Schnitt über 32 Treffer pro Partie – den besten Angriff der Liga, und die zweitbeste Verteidigung. Taktikfuchs Andri Tatarinoff wird sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht haben, wie man das Team von Tim Weber knacken kann, um seinem einstigen Weggefährten auf der Berner Bank ein Bein zu stellen.


Die Partie TV Solothurn - Handball Bern U23 findet statt am 11. November 2023 um 18.00 Uhr im CIS Solothurn. Das Spiel kann im Livestream verfolgt werden, der Link dazu ist auf unseren Social Media Accounts zu finden.


Bild: Cornelia König-Zeltner

Bildquelle: Archiv Oltner Tagblatt, 2015




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