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Blogbeitrag

Ein Abend zum Vergessen

Nach drei Siegen in Folge fühlte der TV Solothurn vor dem Duell gegen WEST Crissier sicher, seine Erfolgsserie zuhause ausbauen zu können. Offenbar ein wenig zu sicher, denn die ersatzgeschwächten Romands dominierten das gesamte Spiel und watschten die harmlosen Solothurner gleich neun Toren Differenz ab.

 

Gaudenz Oetterli

 

16 technische Fehler, 26 Fehlwürfe, davon ganze 12, die nicht einmal aufs Tor kamen, lediglich 49 Prozent Wurfquote. So lautet die Statistik des Grauens des TV Solothurn nach dem Spiel. Und schnell wird klar, dass es mit diesen Zahlen keinen Blumentopf zu gewinnen gibt, auch nicht gegen ein Rumpfteam aus Crissier. Die Romands von WEST haben nämlich seit einigen Wochen massive Personalprobleme wegen Militärdienst und Verletzungen. Nach Solothurn reisten sie mit nur gerade zehn Leuten, davon acht Feldspieler.

 

Mental zeigten diese Zehn jedoch eine grossartige Leistung, mit eisernem Willen und vollem Einsatz, ohne Rücksicht darauf, ob einem dann gegen Ende der Partie die Puste ausgehen könnte. Für die Romands ging es in diesem Spiel nämlich noch um Einiges. Sie haben nach wie vor die Möglichkeit, die Aufstiegsspiele zu erreichen. Und den Willen, dies schaffen zu wollen, merkte man ihnen an.

 

Die Wende bleibt aus

 

Die Aarestädter hingegen wollten nach dem sensationellen letzten Heimsieg gegen das zweitplatzierte Pratteln auch gegen Crissier zeigen, dass sie jedes Team in dieser Liga schlagen können. Und als die Westschweizer mit nur gerade acht Feldspielern auftauchten, dürfte sich beim ein oder anderen bereits eine zu grosse Sicherheit eingeschlichen haben. Denn als das Spiel losging verpufften gleich die ersten fünf Angriffe völlig wirkungslos gegen die kompakte WEST-Defensive.

 

Es dauerte über acht Minuten, bis der TVS seinen ersten Torerfolg bejubeln konnte. Und als es nach einer Viertelstunde nach zwischenzeitlichem Vier-Tore-Rückstand 5:5 stand, glaubten alle einheimischen Unterstützer, dass Solothurn die Krise überstanden hätte und zum Gegenschlag ausholen würde. Dieser blieb jedoch vorerst aus und die Romands gaben für den Rest der ersten Halbzeit wieder den Takt an. Langsam aber stetig wuchs der Rückstand der Ambassadoren wieder an. Kleine Unaufmerksamkeiten sorgten immer wieder für ärgerliche technische Fehler, und Abschlüsse aus teilweise aussichtsreichen Positionen landeten zu oft beim gegenerischen Torhüter oder sogar neben dem Tor.

 

Leistungssteigerung nötig im Saisonschlussspurt

 

Mit einiger Wut im Bauch kehrten die Solothurner nach der Pause auf das Feld zurück und markierten sogleich den ersten Treffer. Im Gegenzug zeigte der souveräne Marco Strähl im TVS-Kasten eine sensationelle Doppelparade und wieder schien es, als könnte dies der Ruck sein, der das Momentum auf die Seite des Heimteams dreht. Doch die Ernüchterung folgte sogleich. Vier technische Fehler und ein Fehlwurf später waren nach der Pause fünf Minuten gespielt der Rückstand war sogar auf 11:18 angewachsen. Es sollte bereits die Entscheidung sein.

 

Für den Rest des Spiels konnte Solothurn nie mehr den Eindruck erwecken, dass es die Niederlage noch abwenden könnte. Dafür agierte auch die Abwehr zu wenig sattelfest. Immer wieder fand Crissier den Weg über seinen Kreisläufer, der danach frei zum Abschluss kam. Und wenn die Romands für einmal über die Aussenpositionen gehen mussten, setzten sich auch die Flügelspieler mühelos durch. Am Ende war es nur einem schnellen Gegenstoss und dem daraus resultierenden Tor eine Sekunde vor Schluss zu verdanken, dass der TV Solothurn von den zehn Welschen nicht mit ebenso vielen Toren aus der eigenen Halle gewatscht wurde.

 

Glück im Unglück hat der TVS jedoch trotzdem. Denn an der Ausgangslage, noch den fünften Tabellenplatz erreichen zu können, hat sich mit der Niederlage nichts geändert, da auch die direkten Konkurrenten Olten und Lausanne ihre Spiele verloren. Somit bleibt Solothurn einen Punkt hinter dem Kantonsrivalen und zwei Punkte hinter Lausanne. In den verbleibenden drei Spielen kann sich der TV Solothurn also immer noch an den beiden Kontrahenten vorbeischlängeln.


Bild: Urs Trösch


 
 
 

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