Ein ums andere Mal…
Aktualisiert: vor 2 Stunden
Fast das gesamte Spiel hatte der TV Solothurn den neu und jung aufgestellten NLB-Absteiger Birsfelden im Griff und sah schon wie der sichere Sieger aus. In den Schlussminuten jedoch liessen sich die Aarestädter die Butter noch vom Brot nehmen und kassierten im ersten Saisonspiel eine sehr bittere Niederlage.
Gaudenz Oetterli
Der TVS war bereit. Anders als in früheren Saisons. In der Vorbereitung traten die Solothurner stark auf, besiegten sogar NLB-Teams oder verloren nur ganz knapp. Im ersten Ernstkampf im Cup schalteten sie mit Siggenthal/Baden-Endingen sogar eine Mannschaft aus der oberen Liga aus. Und auch im ersten Meisterschaftsspiel gegen den NLB-Absteiger TV Birsfelden war die Truppe von Trainer Andri Tatarinoff von Beginn weg voll da. Die Probleme offenbarten sich – im Vergleich zu früheren Saisonstarts – nicht zu Beginn der Partie, sondern gegen deren Ende.
Zwar eröffneten die jungen, wilden Baselländer das Skore und legten in den Startminuten jeweils einen Treffer vor. Doch die Solothurner antworteten immer postwendend mit dem Ausgleich. Nach ziemlich genau zehn Minuten war dann aber das abwechslungsreiche Hin und Her vorbei. Die Ambassadoren hatten in Person von Régis Laville soeben den 5:4-Führungstreffer erzielt und zwei Paraden von TVS-Keeper Wiktor Kornak später zog das Auswärtsteam dank zwei weiteren Treffern der Gebrüder Tobias und Silas Zeltner auf 7:4 davon. Ein erstes Mal geriet das Heimteam von Übungsleiter Martin Slaninka in Rücklage.
Nach der Pause zieht der TVS davon
Solothurn hingegen verpasste es in der Folge, Birsfelden weiter zu distanzieren. Im Gegenteil, die Einheimischen schafften innert weniger Minuten wieder den Anschluss, zuerst zum 6:7, später dann wieder zum 8:9 in der 20. Minute. Danach legte der TVS erneut vor und stellte die Distanz von drei Treffern wieder her. Doch auch der zweite Zwischenspurt wurde gekontert. Die Aarestädter konnten die Differenz nicht in die Pause retten. Nach dem kurzzeitigen 14:14-Ausgleich nach 28 Minuten mussten sie sogar froh sein, mit einem Mini-Vorsprung in die Garderobe zu kommen (16:15).
In vergangenen Spielzeiten kam es ebenfalls oft vor, dass der TV Solothurn in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel noch nicht voll konzentriert war. Nicht so gegen Birsfelden. Da legten die Gäste offensiv souverän los und boten den wendigen Baselländern paroli. Und als sich bei Letzteren ein paar technische Fehler und Fehlwürfe einschlichen, wuchs die Resultatdifferenz zum dritten Mal an. Nach 40 Minuten netzte Routinier Martin Beer nach einem schönen Spielzug über den Kreisläufer zum 24:19 für den TVS ein – beruhigende fünf Tore Vorsprung und eine klare Dominanz auf dem Spielfeld.
Vorsprung schmilzt wie ein Gletscher in der Juli-Sonne
Mehr war für den Moment aber nicht möglich. Denn Birsfelden konnte sich wieder fangen und erzwang mit schnellen Abbrechen auf halblinks plötzlich Lücken im Zentrum der Solothurner Defensive. Meist endete dies in einem Durchbruch und freien Wurf auf halbrechts, oder wenn der TVS-Flügel seinem Nebenmann zur Hilfe kam, mit einem Pass auf den Rechtsaussen. Bis zur 52. Minute erwies sich diese Abwehrschwäche nicht als problematisch, da die Offensive der Solothurner fehlerlos unterwegs war und den Abstand von fünf Toren wieder herstellte.
Und quasi aus dem Nichts änderte sich rund sechs oder sieben Minuten vor Schluss das komplette Spiel. Da es Solothurn ein ums andere Mal nicht schaffte, den Sack zuzumachen, konnte Birsfelden ein ums andere Mal zurückkehren. So auch in der Schlussphase. Der Angriff der Aarestädter – kurz zuvor noch makellos – produzierte plötzlich Fehler um Fehler. Dazu gesellten sich noch zwei Zeitstrafen und ein paar fragwürdige Pfiffe der Schiedsrichter.
Während die Stimmung in der Halle im euphorischer wurde, knickten die Solothurner immer mehr ein. In Rekordzeit schmolz der schöne und beruhigende Vorsprung dahin und bereits drei Minuten vor dem Ende zeigte die Anzeigetafel 33:33. Solothurn fand keinen Zugriff mehr in der Defensive gegen die entfesselten Birsfeldner und damit war das Undenkbare besiegelt. Trotz komfortablem Vosprung kassierten die Solothurner im ersten Spiel am Ende mit 34:36 eine besonders bittere Pleite.
Foto: Urs Trösch





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