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Desolater Auftritt des TVS im Derby

15 Minuten lang spielte Solothurn im Duell gegen Herzogenbuchsee ansprechenden Handball und hatte die Partie im Griff. Danach aber war die Luft draussen und die Ambassadoren liessen sich vom abstiegsgefährdeten Drittletzten vorführen.


Gaudenz Oetterli


Seit der Ligaerhalt Tatsache ist, hat die Truppe von Trainer Andri Tatarinoff stark nachgelassen. Bereits gegen Olten zeigte sich, dass Disziplin und Ordnung in der Abwehr nicht mehr vorhanden sind. Offenbar möchten die Solothurner Spieler, nun da sie nicht mehr absteigen können, vor allem angreifen und Tore schiessen. Die Verteidigung hingegen lässt man löchrig zurück, es wird spekuliert und die gegnerischen Angreifer werden nur halbherzig angegangen.


Der HV Herzogenbuchsee, der den Druck des Abstiegs im Rücken spürte und alles gab, was in ihm steckte, wusste diese Solothurner Nonchalance gnadenlos auszunützen. Zugegeben, die Berner traten im Vergleich zum Hinspiel erheblich stärker auf, dennoch war der Auftritt des TVS enttäuschend. Die Solothurner verfügen eigentlich über den breiteren und talentierteren Kader. Zudem weisen sie auf vielen Positionen auch wesentlich mehr Erfahrung in höheren Ligen auf.


Solothurn verspielt Vorsprung und schenkt das Spiel her


Das Derby begann, wie man es aufgrund der Tabellenlage erwarten konnte. Die Solothurner legten vor und Buchsi war bestrebt, den Schaden in Grenzen zu halten. Die eigenen Fehler in der Offensive konnte der TVS dank fünf Paraden von Goalie Jan Tatarinoff kompensieren. So zog das Heimteam standesgemäss nach 15 Minuten auf 10:7 davon. Solothurn hatte Spiel und Gegner im Griff.


Nach der Startviertelstunde jedoch kehrte beim TV Solothurn der Schlendrian ein. Die Offensive, welche bis dahin die diversen Schwächen der Abwehr kaschieren konnte, geriet ins Stocken. Herzogenbuchsee wechselte den im Hinspiel gut aufspielenden Torhüter Nino Di Pasquale ein. Und dieser sollte die TVS-Spieler erneut vor grosse Probleme stellen. In den acht Angriffen nach dem Torhüterwechsel und ab der 16. Minute gelang Solothurn nur gerade ein Treffer, eine unterirdische Quote. Und schlimmer noch: mit dieser Abschlussschwäche hat die Truppe von Trainer Andri Tatarinoff den Gegner wieder ins Spiel gebracht.


Herzogenbuchsee wartet auf seine Chance und packt sie


Die Buchser liessen sich während der gesamten ersten Halbzeit nicht aus der Ruhe bringen. Auch als sie kurz mal drei Tore hinten waren. Als denn den Solothurnern reihenweise die Nerven versagten im Abschluss, spielten die Gäste aus dem Oberaargau ruhig ihre Kugel weiter, holten Tor für Tor auf und gingen nach knapp 23 Minuten erstmals in Führung. Einmal schaffte Solothurn noch den Ausgleich (14:14) kurz vor der Pause, doch abgesehen davon gaben die Berner ihren Vorsprung bis am Ende nicht mehr her.


Beinahe wäre es am Ende noch zu einer richtig peinlichen Klatsche gekommen. Denn der TVS lief lange Zeit Gefahr, vom Drittletzten in der Tabelle mit einem Stängeli aus der eigenen Halle gefegt zu werden. Nach gut 52 Minuten lagen die Einheimischen mit 20:27 im Hintertreffen und es gab keine Anzeichen, dass sich die Ambassadoren noch einmal auflehnen. Doch dann stellte Trainer Andri Tatarinoff einmal mehr auf eine offensive Manndeckung um. Die Buchser wurden nervös, schenkten einfache Bälle her und auch den Grossteil ihres Vorsprungs. Nach fünf Treffern in Folge war der TVS plötzlich wieder auf 25:27 dran. Doch auch dieses Strohfeuer löschten die Solothurner mit einer Fehlerserie gleich selbst wieder.


Foto: Urs Trösch


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