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Noch einmal alles geben

Nach einer spielfreien Woche trifft der TV Solothurn am Sonntag im letzten Saisonspiel auswärts auf Lausanne-Cugy. Die Waadtländer sind zudem auch der einzig verbliebene Gegner, der den Solothurnern den siebten Tabellenplatz noch streitig machen könnte. Der TVS benötigt also noch einen letzten Kraftakt, um keinen Rang zu verlieren.


Gaudenz Oetterli


Beide Teams, sowohl die Solothurner als auch die Romands aus Lausanne, stehen vor der abschliessenden Partie der Saison mit 15 Punkten da. Dank dem besseren Torverhältnis hat der TVS die Nase leicht vorne. Das bedeutet, dass ein Remis reicht, um die Spielzeit auf dem siebten Rang zu beenden. Unentschieden sind im Handball aber recht selten. In der Erstliga gab es diese Saison in bisher 126 Spiele nur gerade acht Punkteteilungen. Auf Unentschieden zu spielen ist schon in anderen Sportarten, in denen dies öfters vorkommt, nicht wirklich möglich, im Handball ist es daher schon fast ein Ding der Unmöglichkeit.


Es wird dem TV Solothurn daher nichts anderes übrigbleiben, als auch im letzten Duell wie gewohnt auf Sieg zu spielen. So wie das im Sport auch sein sollte. Und dass die Aarestädter gegen Lausanne-Cugy reüssieren können, haben sie im Hinspiel vor heimischem Publikum gezeigt. Zwar verkam das Spiel am Ende zu einer Zitterpartie, die Entscheidung beim 22:21 fiel erst mit der letzten Parade des TVS eine Sekunde vor Ablauf der Uhr. Doch genau diese Marge hätten die Solothurner im Rückspiel, da eben auch ein Unentschieden zur Platzsicherung reicht.


Ein letztes Aufbäumen oder Resignation?


Psychologisch indes befinden sich die Ambassadoren im Nachteil. Nach der Niederlage gegen Chênois, die sechste in Folge, avancierte der TV Solothurn zur statistisch schlechtesten Mannschaft der Liga. Kein anderes Team hat so viele Spiele am Stück verloren. Die Lausanner hingegen konnten zwei der letzten fünf Begegnungen für sich entscheiden und so punktemässig zu Solothurn aufschliessen.


Die Frage ist, schafft es Trainer Andri Tatarinoff, sein Team noch einmal auf Vordermann zu bringen, um einen versöhnlichen Abschluss zu erreichen? Am Ende einer Saison hat jeder Spieler seine «Bräschteli», die älteren Spieler noch etwas mehr. Können die Solothurner Jungs noch einmal die Schmerzen ausblenden, für Ruhm und Ehre ein letztes Mal ihre Körper schinden und dort hingehen, wo es weh tut, bevor es in die lange Pause geht? Oder geben sie sich mit dem Ligaerhalt zufrieden, egal ob Rang sieben oder acht?


Ziele sind erreicht, aber…


Egal wie das Spiel ausgeht, für den TV Solothurn als Verein kann die aktuelle Spielzeit als erfolgreich bezeichnet werden. Nach dem Abstieg aus der NLB und dem Verlust von über 80 Prozent der Spieler, war es eine Mammuttaufgabe, ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen, dieses innert weniger Wochen zusammenzufügen und vorzubereiten, und danach in der Meisterschaft den Ligaerhalt zu schaffen. Alle diese Ziele wurden bereits erreicht. Der siebte Rang wäre das Sahnehäubchen auf der Torte, mehr nicht. Die Erstliga-Mannschaft hat es mit dem Verbleib in der Erstliga geschafft, den TVS als Verein zu stabilisieren, für die Zukunft und die Junioren, die in den kommenden Jahren den Sprung zu den Aktiven vollziehen. «Mission accomplished» also und das letzte Spiel sausen lassen? Mitnichten, denn TVS-Trainer Andri Tatarinoff mag Torte, und noch mehr mag er sie, wenn sie noch Sahne oben drauf hat.


Die Partie FSG Lausanne-Ville/Cugy – TV Solothurn findet statt am 24. März 2024 um 15.00 Uhr in Lausanne Bergières.


Foto: Urs Trösch


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