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Die lange Reise hat sich gelohnt

Ein Spiel am Sonntag am frühen Nachmittag in Genf ist für das Gäste-Team gleichbedeutend mit einem Tagesausflug. Der TV Solothurn hat diese Reise angetreten und sich dafür als Entschädigung für die Strapazen mit zwei Punkten gleich selbst belohnt. Die Ambassadoren bezwangen Chênois klar mit 33:27.


Gaudenz Oetterli


Letztes Jahr gelang CS Chênois eine nahezu perfekte Saison. In jedem Spiel konnten die Genfer Punkte bejubeln, 19 Mal als Sieger, drei Mal gab es ein Unentschieden, Niederlage gab es keine einzige. Anders in dieser Saison. Mit der Niederlage gegen den TV Solothurn reiht sich bei den Rhônestädtern nun schon die sechste Niederlage in Folge aneinander. Dazu kommen zwei weitere Schlappen zu Beginn der Saison, was am Ende nach 10 Spielen nur gerade zwei Siege ergibt. Es ist für den Aufsteiger keine leichte Saison.

Des einen Freud’, des Andern Leid, lautet ein bekanntes Sprichwort. Und so waren im letzten Spiel die Solothurner die Nutzniesser der Genfer Misere. Wobei es zu erwähnen gilt, dass die Mannen von Trainer Andri Tatarinoff nichts geschenkt erhielten, sondern sich die zwei Zähler redlich verdient haben.


Start-Ziel-Sieg für den TV Solothurn


Nach beidseitig harzigem Beginn, sowohl Chênois wie auch Solothurn scheiterten je zwei Mal am gegnerischen Torhüter, war es der TVS, der in Führung ging und diese bis zum Ende der Partie nicht mehr abgab. Während der Solothurner Keeper Marco Strähl seine Paraden-Kadenz aufrecht erhalten konnte und die gegnerischen Offensiv-Kräfte zur Verzweiflung trieb, agierten die TVS-Akteure im Abschluss kaltblütiger. Dies schuf bereits in der Anfangsphase ein angenehmes Polster für die Gäste. Dank Effizienz und Konstanz hielten die Aarestädter den Gegner stets auf Distanz und gingen mit einem 16:13-Vorsprung in die Pause.


Auffällig war beim TVS, dass der Angriff optimal funktionierte. Die Spielzüge wurden diszipliniert gespielt und die Angreifer trafen in den allermeisten Fällen die richtige Entscheidung, um sich gute Wurfgelegenheiten zu erarbeiten. Die Werfer ihrerseits zeigten die geforderte Kaltschnäuzigkeit und gestanden den Genfer Torhütern nur wenig Paraden zu. Eine solch gut geölte Angriffsmaschinerie konnte der TV Solothurn in dieser Saison noch nicht allzu oft präsentieren. Meistens war es die Defensive, die für den Unterschied besorgt war. Dass nun auch die Offensive wieder einmal auftrumpfen konnte, ist gut fürs Selbstvertrauen, da dürfte Trainer Andri Tatarinoff auch den ein oder anderen Gegentreffer zuviel verkraften können.


Souveräne Siegsicherung und Sprung an die Mittelfeld-Spitze


Die zweite Halbzeit war vom Verlauf her fast ein Abbild der Ersten. Der TVS traf in einer erfreulichen Regelmässigkeit und liess nie das Gefühl aufkommen, dass ihm die Partie noch entgleiten könnte. Das Heimteam versuchte zwar alles und stellte bereits gut zehn Minuten vor dem Abpfiff auf eine sehr offensive 3:3-Deckung oder teilweise fast eine Manndeckung um. Davon liessen sich die Gäste zwar kurz verunsichern, doch das Polster von sieben Treffern Vorsprung war bereits so gross, dass keine wirkliche Gefahr mehr aufkommen sollte. Der Griff in die Trickkiste verpuffte, als Solothurn nach einer Auszeit richtig reagierte und viel ohne Ball lief, um sich anzubieten. Den Schlusspunkt unter die unterhaltsame Partie setzte der TVS mit der Schlusssirene und dem Treffer zum 33:27.


Erfreulich für den TV Solothurn ist nicht nur der Sieg bei den Romands, sondern auch der Sprung nach oben in der Tabelle. Dank der zwei gewonnenen Punkte setzen sich die Ambassadoren an die Spitze des Mittelfelds auf Position sechs. Der Rückstand auf die fünf Topteams der Liga ist mit fünf Punkten und mehr zwar beträchtlich, doch das Polster gegen hinten auf einen Abstiegsbarrage-Platz – und das ist entscheidend – beträgt nun ebenfalls bereits fünf Zähler. Gelingt dem TVS nächste Woche zum Abschluss der Vorrunde gegen Lausanne/Cugy ein weiterer Sieg, dann könnten sich Trainer Andri Tatarinoff und seine Mannschaft in der Rückrunde relativ abstiegs-sorgenfrei gegen vorne orientieren.


Foto: Cornelia König-Zeltner


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