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Ein Sieg mit Ach und Krach

Der TV Solothurn müht sich in seinem Heimspiel in Biberist gegen die mutig auftretenden Westschweizer von Lausanne-Ville/Cugy zu einem 22:21-Sieg. Nach harzigem Beginn und langem Rückstand, erfolgte die Wende erst eine Viertelstunde vor Schluss. Mit diesem Sieg weist der TVS nach der Hälfte der Saison eine ausgeglichene Bilanz auf.


Gaudenz Oetterli


Fast 30 Treffer erhielt Lausanne-Ville/Cugy bis dato pro Spiel eingeschenkt. Solothurn hingegen hat in den letzten beiden Partien gezeigt, dass es im Angriff auch effizient und gnadenlos auftreten kann; zuletzt erzielten die Mannen von Trainer Andri Tatarinoff 33 Tore gegen Chênois. Doch dieser offensive Höhenflug fand gegen den nächsten Gegner aus der Romandie ein jähes Ende. Denn die Waadtländer traten in der Defensive wesentlich besser auf, als es ihr Gegentreffer-Konto hätte vermuten lassen.


Von der agilen Verteidigung und dem starken Torhüter des Gegners liess sich der TVS nicht nur überraschen, sondern von Beginn weg auch die Butter vom Brot nehmen. Die Romands gingen mit ihrem ersten Angriff gleich in Führung und hielten das Heimteam in der Folge gut in Schach. Der TVS fand wenig Lücken vor und wirkte teilweise doch etwas ratlos im Angriffsspiel. Frappant war dabei der Unterschied zum letzten Spiel gegen Chênois, als den Solothurnern vorne fast alle gelingen wollte.


Lausanne-Ville/Cugy ist lange Zeit abgebrühter


Schon früh zeichnete sich also ab, dass in diesem Duell am Ende die Verteidigung und der Kampfgeist würden über Sieg oder Niederlage entscheiden müssen. Denn auch im Angriff hielt sich Lausanne nicht zurück und agierte nicht wie ein Team aus der hinteren Tabellenregion. Zwar gelang den Ambassadoren in der ersten Halbzeit mehrmals der Ausgleich, doch die Westschweizer konnte darauf jeweils mit eigenen Toren reagieren.


Sinnbildlich dafür waren die letzten beiden Treffer vor der Pause. Mit Mühe und grossem Kampf erspielten sich die Solothurner einen Abschluss am Kreis, den Martin Beer mit letztem Einsatz im Tor unterbrachte. Dies bei nur noch neun Sekunden zu spielen. Lausanne reagierte gedankenschnell, spielte blitzartig wieder an und konnte mit einem Doppelpass durch die noch nicht organisierte TVS-Abwehr marschieren. Anstatt ein Tor Differenz standen zur Pause deren zwei auf der Anzeigetafel (10:12).


Keeper Jan Tatarinoff avanciert zum Matchwinner


Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich an der Szenerie vorerst nicht viel. Die Gastgeber rannten einem Rückstand hinterher und scheiterte mehrfach am gegnerischen Hüter Petar Todorovic. So gelang es dem Gast aus der Waadt, nach gut 41 Minuten mit 15:12 gar auf drei Tore wegzuziehen.


Der Solothurner Rückraum, der in der Vorwoche in Genf überragend das Spiel orchestrierte, schien an diesem Abend nicht die Rolle des Gamechangers übernehmen zu können. Also musste das Team einen anderen Game-Winning-Player finden. Fündig wurde der TV Solothurn wie so oft in dieser Saison in der Person von Torhüter Jan Tatarinoff. Der 34-jährige Routinier wurde eingewechselt und schüttelte von Beginn weg eine Parade nach der anderen aus dem Ärmel. Obwohl bereits sein Vorgänger im Gehäuse, Marco Strähl, einen starken Auftritt hatte, gelang es Tatarinoff, noch eine Schippe draufzulegen, oder eher zwei.


Je länger je mehr verzweifelten die Lausanner im Angriff, während der TVS die Partie langsam zu seinen Gunsten drehte. Es dauerte 14 Minuten bis das Heimteam aus einem Dreitore-Rückstand eine ebenso hohe Führung machte (22:19). Und dank der zugemauerten Hütte hinten konnte sich die Solothurner sogar noch einige technische Fehler und Fehlwürfe leisten. In fast acht Minuten am Ende des Spiels erzielten die Aarestädter selbst nur noch einen Treffer, zu mutlos traten sie mit der Führung im Rücken vorne auf. So wurde es noch einmal richtig eng.


Komfortables Polster auf das Tabellenende


Die letzte Aktion des Spiels gehörte dann noch einmal dem Matchwinner. Jan Tatarinoff wehrte mit der Schlusssirene den letzten Versuch der Westschweizer ab und sicherte seinem Team damit die wichtigen zwei Punkte. Mit fünf Siegen bei ebenso vielen Niederlagen, und einem Remis, steht der TV Solothurn nach der Hälfte der Saison mit elf Punkten und einer ausgeglichenen Bilanz sicher im Mittelfeld auf Platz 7. Die Solothurner trennen zwei Punkte von Wacker Thun 2 / Steffisburg, das überraschend gegen das bis dahin punktlose Vevey einen Zähler abgeben musste. Der Vorsprung auf Lausanne-Ville/Cugy beträgt vier Punkte, auf die Barrage-Plätze beträgt das Polster bereits komfortable sieben Punkte.


Zum Abschluss des Jahres und vor der vierwöchigen Weihnachtspause trifft der TV Solothurn nächste Woche zuhause im CIS auf den Tabellenzweiten SG WEST Crissier. Im Eröffnungsspiel der Saison setzte es für den damals ersatzgeschwächten TVS eine deutliche 19:30-Klatsche ab. Danach gaben die Aarestädter gegen welsche Mannschaften jedoch nur noch einen Punkt ab. Dieses gute Omen gilt es zu nutzen, damit sich das Team um Trainer Andri Tatarinoff zum Start der Rückrunde gleich selbst ein Weihnachtgeschenk unter den Baum legen kann.


Foto: Urs Trösch


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