Der Nyon-Fluch hält an
Auch im nächsten Anlauf gelingt dem TV Solothurn kein Sieg gegen die RG Nyon. Nach einer schwachen Vorstellung müssen sich die Ambassadoren am Genfersee mit 28:30 geschlagen geben. Ein überragender Taro Diethelm hält die Aarestädter in der ersten Halbzeit beinahe im Alleingang im Spiel, doch nach der Pause folgt der Einbruch. So bleibt von der zweiten Reise nach Nyon innerhalb weniger Wochen vor allem Ernüchterung.
Fridolin Oesterlee
Doppelt hält besser? Nicht unbedingt, wie der TV Solothurn am Sonntagabend feststellen musste. Nachdem die Ambassadoren Ende September noch mit zwei Punkten im Gepäck von ihrem ersten Gastspiel in Nyon zurückgekehrt waren, verlief die zweite Reise an den Genfersee deutlich weniger erfreulich. Gegen die RG Nyon, die den Solothurnern bereits in vergangenen Jahren immer wieder das Leben schwer gemacht hatte, setzte es eine 28:30-Niederlage ab. Damit bleibt die RG Nyon auch nach dem jüngsten Aufeinandertreffen der «Angstgegner» für die Aarestädter.
Dabei wäre an diesem Abend durchaus mehr möglich gewesen. Allerdings stand sich der TVS über weite Strecken selbst im Weg. Vor allem im Angriff fehlte es an der nötigen Konsequenz, was sich auch in der bescheidenen Wurfquote von gerade einmal 46 Prozent widerspiegelte. Dass die Partie dennoch lange offenblieb, hatten die Aarestädter insbesondere einem Mann zu verdanken.
Diethelm hält den TVS im Spiel
«Not gegen Elend» – treffender hätte TVS-Trainer Andri Tatarinoff die erste Halbzeit wohl kaum zusammenfassen können. Beide Mannschaften bekleckerten sich nicht gerade mit Ruhm und liessen über weite Strecken die nötige Qualität vermissen. Insbesondere die Solothurner Offensive tat sich schwer, ihre Chancen in Tore umzumünzen.
Zum Glück für die Ambassadoren stand zwischen den Pfosten einmal mehr ein glänzend aufgelegter Taro Diethelm. Der Solothurner Schlussmann erwischte einen herausragenden Abend und brachte die Nyoner Angreifer mit zahlreichen Paraden schier zur Verzweiflung. Immer wieder entschärfte er auch freie Würfe und verhinderte damit, dass sich die Gastgeber absetzen konnten. Ohne seine Glanzleistung wäre der TVS wohl bereits zur Pause einem Rückstand hinterhergelaufen.
Stattdessen gingen die Solothurner trotz ihrer durchzogenen Vorstellung mit einer knappen 13:12-Führung in die Kabine. Ein schmeichelhafter Zwischenstand, der die Hoffnung auf einen weiteren Auswärtssieg am Genfersee zumindest am Leben hielt.
Fünf Minuten zum Vergessen
Was sich die Solothurner in der Halbzeitpause vorgenommen hatten, war nach dem Seitenwechsel allerdings schnell Makulatur. Die Gastgeber kamen deutlich besser aus der Kabine und überrollten die Aarestädter in den ersten fünf Minuten regelrecht. Mit einem 5:0-Lauf verwandelte die RG Nyon den knappen Rückstand in eine komfortable Führung. Und weil auch Diethelm nicht jeden Wurf parieren konnte, offenbarte sich nun schonungslos, was den TVS bereits in der ersten Halbzeit begleitet hatte: Zu viele ausgelassene Chancen und zu wenig Durchschlagskraft im Angriff.
Die Westschweizer nutzten die Schwächephase der Gäste konsequent aus und bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf sechs Treffer aus. Den Solothurnern drohte die Partie damit endgültig zu entgleiten. Auch die aus Solothurner Sicht teils unverständlichen Entscheide der beiden Unparteiischen halfen den Ambassadoren nicht dabei, wieder in die Spur zu finden.
Ganz kampflos wollten sich die Aarestädter allerdings nicht geschlagen geben. In der Schlussphase kämpften sie sich nochmals heran und verkürzten den Rückstand auf zwei Tore. Für eine erneute Wende reichte es jedoch nicht mehr. Mit 30:28 behielt die RG Nyon am Ende die Oberhand und fügte dem TVS eine weitere schmerzhafte Niederlage zu.
Jetzt müssen wieder Punkte her
Nach der enttäuschenden Reise an den Genfersee bleibt dem TV Solothurn nun ein spielfreies Wochenende, um die Niederlage zu verdauen und die nötigen Lehren daraus zu ziehen. Am Samstag, 31. Oktober, empfangen die Ambassadoren die SG Handball Leimental im heimischen CIS. Gegen den bislang punktlosen Tabellenletzten ist ein Sieg nicht nur das erklärte Ziel, sondern vielmehr absolute Pflicht.
Denn anschliessend wartet auf die Mannschaft von Andri Tatarinoff ein happiges Programm. Mit dem KTV Visp, dem TV Pratteln und der SG West Crissier stehen gleich drei sehr starke Gegner auf dem Spielplan, gegen die sich die Punkte kaum im Vorbeigehen einsammeln lassen.
Umso wichtiger ist es, gegen Leimental wieder auf die Siegerstrasse zurückzufinden. Die zweite Reise nach Nyon hat jedenfalls gezeigt, dass sich der TVS auch gegen vermeintlich schlagbare Gegner keine schwachen Phasen leisten kann. Und vielleicht ist es nach der erneuten Enttäuschung am Genfersee ohnehin an der Zeit, die nächsten Punkte wieder etwas näher an der Aare zu holen.
Bild: Tobias Zeltner





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