Doppelt hält besser - auch in Nyon?
Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen reist der TV Solothurn an den Genfersee. Nach dem Auswärtssieg gegen Nyon Handball La Côte wollen die Ambassadoren nun auch gegen den zweiten Nyoner Erstligisten punkten. Die Vergangenheit spricht allerdings nicht unbedingt für die Aarestädter, die gegen die RG Nyon in den vergangenen Jahren immer wieder den Kürzeren zogen.
Fridolin Oesterlee
Nyon entwickelt sich für den TV Solothurn langsam, aber sicher zu einer Art zweiter Heimat. Zumindest was die Anzahl der Besuche betrifft. Erst am 26. September nahmen die Ambassadoren die lange Reise an den Genfersee auf sich und kehrten nach einem hart erkämpften 27:25-Erfolg gegen Nyon Handball La Côte mit zwei Punkten im Gepäck zurück. Nun steht am kommenden Sonntag bereits die nächste Fahrt in die Cossy-Halle an. Dieses Mal wartet allerdings nicht La Côte, sondern die RG Nyon.
Auch dieser Gegner ist den Solothurnern bestens bekannt. In den vergangenen Jahren kreuzten sich die Wege der beiden Mannschaften sowohl in der Meisterschaft als auch im Schweizer Cup regelmässig. Die Erinnerungen an diese Begegnungen dürften bei den Aarestädtern allerdings nicht ausschliesslich positiv sein. Zu oft behielten die Westschweizer am Ende die Oberhand. Nicht mehr mit dabei ist in dieser Saison allerdings Enzo Furnari, der der Solothurner Defensive in vergangenen Duellen immer wieder Kopfzerbrechen bereitet hatte. Ob sich die Kräfteverhältnisse dadurch zugunsten der Ambassadoren verschieben, bleibt abzuwarten. Allerdings müssen auch die Solothurner auf einen wichtigen Leistungsträger verzichten. Mit Tobias Zeltner fehlt den Aarestädtern ihr Topscorer, der angeschlagen nicht zur Verfügung steht. Nach dem erfolgreichen ersten Gastspiel in Nyon soll trotzdem auch die zweite Reise mit einem Sieg enden.
Zwei direkte Konkurrenten im Duell
Ein Selbstläufer dürfte das Unterfangen allerdings keineswegs werden. Die RG Nyon ist mit vier Punkten aus den ersten vier Meisterschaftsspielen eher durchzogen in die neue Saison gestartet. Für die Westschweizer bietet sich gegen den direkten Tabellenkonkurrenten aus Solothurn nun die Gelegenheit, wieder in die Erfolgsspur zu finden und sich in der Tabelle nach oben zu orientieren.
Doch auch die Mannschaft von Trainer Andri Tatarinoff hat noch Luft nach oben. Nach den beiden Siegen gegen Lausanne-Ville/Cugy und Nyon Handball La Côte kamen die Ambassadoren im letzten Meisterschaftsspiel gegen die PSG Lyss nicht über ein 29:29-Unentschieden hinaus. In einem umkämpften Derby mit zahlreichen Führungswechseln mussten sich die Solothurner am Ende mit einer Punkteteilung begnügen.
Nun gilt es, in der Meisterschaft wieder auf die Siegerstrasse zurückzukehren. Mit der RG Nyon wartet dabei ein Gegner, gegen den die Solothurner in der Vergangenheit oft Mühe bekundeten. Umso wichtiger dürfte es sein, von Beginn an konzentriert aufzutreten und sich nicht erneut in eine unangenehme Ausgangslage zu bringen.
Selbstvertrauen trotz Cup-Aus
Dass der TVS auch gegen starke Gegner bestehen kann, bewies die Mannschaft zuletzt eindrücklich im Mobiliar-Cup. Dort empfingen die Ambassadoren mit dem RTV Basel einen Vertreter aus der Quickline Handball League, der höchsten Schweizer Spielklasse. Zwar mussten sich die Solothurner am Ende mit 26:34 geschlagen geben, doch insbesondere in der ersten Halbzeit bot der Erstligist dem Favoriten erstaunlich gut Paroli.
Nach gut 20 Minuten führte der TVS sogar noch mit 11:10, ehe sich die höhere individuelle Klasse der Basler zunehmend bemerkbar machte. Erst im zweiten Durchgang konnte sich der Oberklassige deutlicher absetzen. Trotz der Niederlage durften die Aarestädter deshalb mit ihrem Auftritt zufrieden sein. Dieses Selbstvertrauen gilt es nun zurück in den Meisterschaftsalltag mitzunehmen, wo wieder Punkte statt eines gelungenen Auftritts im Vordergrund stehen.
Eine zusätzliche Herausforderung wartet am Sonntag bereits abseits des Spielfelds. Um 17:00 Uhr wird die Partie in Nyon angepfiffen. Für die Solothurner bedeutet dies nicht nur eine lange Anreise, sondern auch eine entsprechend späte Rückkehr nach Hause. Ein Auswärtsspiel am Sonntagabend am anderen Ende der Westschweiz dürfte wohl kaum auf der Wunschliste eines Erstliga-Handballers ganz oben stehen.
Doch weder das noch die lange Fahrt sollen als Ausrede dienen. Vielmehr gilt es für die Ambassadoren, die äusseren Umstände auszublenden und über die gesamten 60 Minuten alles in die Waagschale zu werfen. Mit einem weiteren Auswärtssieg könnten die Solothurner nicht nur ihre Bilanz gegen die RG Nyon aufbessern, sondern auch einen direkten Konkurrenten in der Tabelle auf Distanz halten.
Und vielleicht entwickelt sich die Cossy-Halle ja doch noch zu einem guten Pflaster für den TVS. Nach dem Sieg gegen La Côte fehlt dafür in dieser Saison nur noch der zweite Streich.
Bild: Urs Trösch





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