Der TVS siegt zum Auftakt der Rückrunde
- tvsolothurn
- 12. Jan.
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Der TV Solothurn zeigt auswärts in Lausanne gegen den Tabellenvierten Lausanne-Ville/Cugy Handball über fast die gesamte Partie hinweg eine sehr konzentrierte Leistung und siegt schliesslich verdient mit 27:22 (14:7). Auch eine Schwächephase nach der Pause brachte die souverän agierenden Ambassadoren nicht aus dem Tritt.
Andri Tatarinoff
Die Vorzeichen für die Partie waren alles andere als rosig. Die Aarestädter hatten zahlreiche Abwesende zu beklagen. Neben den Langzeitverletzten Tobias Zeltner und Flurin Scartazzini gesellte sich auch Adi Trösch auf die Invalidenliste, der dem Team noch bis circa Mitte Februar fehlen wird. Erschwert wurde die Personalsituation zusätzlich durch den Umstand, dass die beiden Aktivteams des TVS nahezu zeitgleich spielten. Aufgrund der prekären Tabellenlage der Herren 2 liefen die mit einer TFL ausgestatteten Spieler Oesterlee und Pilijc dort auf und standen gegen Lausanne-Ville/Cugy ebenfalls nicht zur Verfügung.
Geduld, Entschlossenheit, Coolness und Kampf – solche Attribute waren von den Aarestädtern gefordert, um gegen die wendigen Lausanner bestehen zu können. Und die Solothurner setzten diese Vorgaben von Beginn weg sehr konzentriert um. Der Rückraum um den wurfgewaltigen Guénolé sowie die wendigen Céron und Coutinho erhielt kaum Räume. Kreuz- und Doppelkreuzbewegungen wurden frühzeitig erkannt und unterbunden, in Eins-gegen-eins-Situationen half man rasch und solidarisch aus, Kreisanspiele wurden konsequent verhindert. Und wenn als Notlösung ein Block überwunden werden musste, war Marco Strähl zur Stelle, der mehrere Würfe der Romands entschärfte.
TVS behält in Halbzeit eins die Nerven
Die sattelfeste Abwehr, vor allem geprägt vom starken Innenblock Beer und Oosterveld, verlieh auch dem Angriffsspiel der Ambassadoren Aufwind. Von Minute zu Minute agierte man mutiger, entschlossener und kreativer. So wurden im Verlauf der ersten Halbzeit immer bessere Lösungen für Abschlusspositionen gefunden. Einzig dem gut aufgelegten Todorovic-Ersatz Sacha Zimmermann war es zu verdanken, dass der Vorsprung der Solothurner nicht noch höher ausfiel.
Durch den seriösen Auftritt schafften es die Aarestädter zudem, diverse 50:50-Entscheide der Unparteiischen auf ihre Seite zu ziehen. Damit haderten die Romands in Halbzeit eins teilweise stark und liessen sich auf zahlreiche Diskussionen ein. Daraus resultierte unter anderem eine Disqualifikation für Torwarttrainer Eric Jaquet, der eine Entscheidung der Schiedsrichter mehrfach lautstark kritisierte. Die Konsequenz: eine 2+2-Minuten-Strafe für das Team, womit die Gäste halbzeitübergreifend während vier Minuten in Überzahl agieren konnten.
Schwächephase nach der Pause bringt den TVS nicht aus dem Tritt
Trotz numerischer Überzahl, dem ersten erzielten Tor in Halbzeit zwei und dem verletzungsbedingten Ausfall von Guénolé gleich nach Wiederanpfiff geriet der TVS-Motor kurzzeitig ins Stocken. Die Romands waren nun präsenter, hatten den Frust aus Halbzeit eins abgelegt, legten eine robuste Physis in der Defensive an den Tag und fanden vermehrt Lösungen im Angriffsspiel. Überhastete Abschlüsse, ungenaue Zuspiele und technische Fehler prägten auf der anderen Seite das Spiel der Ambassadoren in den ersten zehn Minuten nach der Pause. Der zwischenzeitlich auf acht Tore angewachsene Vorsprung schmolz dadurch bis auf einen Treffer zusammen.
Just als Lausanne zum Ausgleich ansetzen konnte, meldete sich der bestens aufgelegte Marco Strähl (am Ende mit einer Abwehrquote von 41 Prozent) eindrucksvoll zurück und entschärfte im selben Angriff gleich zwei Würfe aus bester Abschlussposition.
Psychologisch gestützt durch die Tatsache, dass die Führung nie abgegeben wurde, schöpfte der TVS ab der 40. Spielminute neuen Mut und fand auch im Angriffsspiel zunehmend wieder Lösungen. Zwischen der 40. und 50. Minute pendelte sich der Spielstand bei ein bis zwei Toren Differenz ein. In der Crunchtime war es die logische Folge, dass die Romands vorne wie hinten mehr Risiko eingehen mussten. Dies eröffnete den Aarestädtern neue Räume, die sie konsequent nutzten und den Vorsprung wieder auf vier Tore ausbauen konnten. Spätestens als Tinu Beer in der 58. Spielminute per Penalty – am Ende sechs von sechs verwandelte Strafwürfe – zum 26:21 einnetzte, war die Entscheidung gefallen.
Pause – englische Woche – Pause
Am kommenden Wochenende bleiben die Ambassadoren spielfrei, was die Möglichkeit bietet, die Schweizer Nationalmannschaft an der Handball-EM zu verfolgen. Danach folgen innerhalb von vier Tagen zwei Spiele: Am Mittwochabend, 21. Januar, kommt es in Solothurn zum Kantonsderby gegen den HV Olten, ehe man am darauffolgenden Samstag auswärts in Visp antritt. Abgerundet wird der Januar erneut mit einem spielfreien Wochenende – zumindest für das Fanionteam. Es bleibt zu hoffen, dass der TVS die in dieser Partie gezeigte Reife auch in die beiden verbleibenden Januarspiele übertragen kann.
Foto: Urs Trösch





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