Im Wallis braucht es eine andere Leistung
Der knappe Sieg gegen Schlusslicht Leimental hat dem TV Solothurn zwar zwei wichtige Punkte beschert, dürfte aber kaum jemandem noch lange in guter Erinnerung bleiben. Die Leistung der vergangenen Woche war schlicht zu wenig, um in dieser Liga gegen einen ambitionierten Gegner bestehen zu können. Und ausgerechnet jetzt wartet mit dem KTV Visp eines der beiden bislang ungeschlagenen Teams der Gruppe. Die Ambassadoren reisen am Samstag ins Wallis und wissen: Wenn sie dort etwas Zählbares mitnehmen wollen, braucht es eine ganz andere Vorstellung als zuletzt.
Andri Tatarinoff
Der 35:33-Erfolg gegen Handball Leimental war am Ende vor allem eines: eine Erleichterung. Zwei Punkte, Tabellenrang vier – auf dem Papier sieht die Solothurner Welt damit wieder einigermassen in Ordnung aus. Wer das Spiel allerdings gesehen hat, weiss, dass zwischen dem Resultat und der gezeigten Leistung eine ziemlich grosse Lücke klaffte. Gegen den bislang punktelosen Tabellenletzten kassierte der TVS 33 Gegentore und musste bis in die Schlussminuten um den Sieg zittern. Eine solche Vorstellung wird in der 1. Liga normalerweise nicht belohnt.
Dass die nächste Aufgabe deutlich anspruchsvoller wird, versteht sich von selbst. Mit dem KTV Visp wartet am Samstag ein Gegner, der momentan in einer ganz anderen Verfassung ist. Die Oberwalliser stehen gemeinsam mit WEST Crissier an der Tabellenspitze. Sechs Spiele, sechs Siege – die bisherige Saisonbilanz ist makellos. Und die Entwicklung der Resultate zeigt, dass die Visper immer besser in Fahrt kommen.
Vom knappen Auftakt zur Siegesserie
Ganz so selbstverständlich waren die Visper Siege zu Saisonbeginn nämlich noch nicht. Gegen Lyss resultierte ein 33:28, gegen Nyon ein knappes 38:37. Auch in den darauffolgenden Partien mussten die Walliser zunächst hart arbeiten, ehe sie ihre Gegner zunehmend deutlicher distanzieren konnten. Zuletzt setzte es gegen Leimental einen 41:23-Erfolg ab, ehe Visp mit dem 39:38-Auswärtssieg gegen Pratteln auch den ersten richtigen Härtetest gegen einen weiteren Spitzenkandidaten bestand. Die Mannschaft hat offensichtlich ihren Rhythmus gefunden und dürfte mit entsprechend viel Selbstvertrauen in die nächste Partie gehen.
Besonders aufpassen müssen die Solothurner auf die offensive Durchschlagskraft der Walliser. Mit Lionel, Jean-Baptiste und Laurent Karlen verfügt Visp über gleich mehrere Spieler, die einem Gegner das Leben schwer machen können. Die Brüder bringen viel Power, Dynamik und individuelle Qualität mit. Dazu kommt Manuel Bayard, der mit eindrücklichen Skorerwerten auf sich aufmerksam macht und ebenfalls zu den gefährlichsten Offensivkräften der Visper zählt. Lässt man diesen Akteuren zu viel Raum, kann es schnell ungemütlich werden. Mit einem ähnlichen Auftritt wie gegen Leimental dürfte sich der TVS jedenfalls nicht in der Position sehen, dieser Offensivpower allzu viel entgegenzusetzen.
Eine besondere Reise ins Wallis
Die Reise ins Wallis ist für den TV Solothurn ohnehin immer etwas Besonderes. Die gemeinsame Zugfahrt, das Essen nach dem Spiel und die Zeit miteinander abseits des Handballfeldes machen das Auswärtsspiel in Visp auch zu einem kleinen Teamevent. Die Ambassadoren können die Reise also durchaus geniessen – auf dem Spielfeld wird dann allerdings eine andere Einstellung gefragt sein. Die Leistung gegen Leimental reicht hinten und vorne nicht, um in Visp bestehen zu können. Wenn die Aarestädter ihre Ambitionen auf einen Platz in den Top 4 unterstreichen wollen, bietet sich am Samstag eine gute Gelegenheit, dies auch gegen eines der Spitzenteams zu beweisen. Dafür müssen den Worten und dem eigenen Anspruch aber diesmal auch die entsprechenden Taten folgen.
Bild: Cornelia König-Zeltner





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